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und ermöglichen einen Zuzug.

 

 „Die Kunst ist meine Sprache“


Merav Leibküchler, israelische Künstlerin mit deutschen Wurzeln, stellt in Kalbes „Galerie der 100 Brücken“ ihre Werke aus


Von Marilena Berlan

mz Kalbe. Merav Leibküchler ist eine israelische Künstlerin mit deutschen Wurzeln. Am Montagabend stellte sie in Kalbes „Galerie der 100 Brücken“ ihre Kunstwerke – meist mit Öl -und Acrylfarben gemalt – und einige Skulpturen, die eine Verbindung zwischen organischen und anorganischen Materialien sind, aus. Ihre Kunst ist abstrakt und vorwiegend schwarz- weiß. Für Farbe ist wenig Platz. Das will die 31-jährige aber künftig ändern, sagte sie. „Schwarz ist eine Farbe, nach der ich süchtig bin. Ich suche den Kontrast zwischen hell und dunkel. Aber jetzt versuche ich, etwas mehr Farbe in meine Arbeiten zu bringen.“
Merav Leibküchler ist in Israel geboren und aufgewachsen. Ihre Mutter ist Israelin und ihr Vater Deutscher. Von 2003 bis 2005 absolvierte die junge und zierliche Künstlerin deren Statur eher einer Primaballerina gleicht als einer taffen Soldatenfrau – ihren Wehrdienst in der israelischen Armee. Nicht ungewöhnlich für israelische Frauen, da der Wehrdienst auch für Frauen in Israel Pflicht sei, wie Künstlerstadtinitiatorin Corinna Köbele anmerkte, als sie den Gästen vorstellte.
Nach ihrem Wehrdienst studierte sie Tanz. „Tanzen ist etwas, was ich machen wollte, aber ich wusste: Nicht für immer“. Sie wollte für immer Kunst machen und am liebsten abstrakte Malerei. „Ich habe nie versucht Gegenstände zu malen“, gestand Leibküchler. 2011 wanderte sie schließlich von Israel nach Deutschland aus und zog direkt nach Berlin. 2012 begann sie mit ihrem Studium an Berlins Akademie der Künste.
Sie liebt Kunst und macht Kunst, aber über ihre Kunst redet sie nicht, nur wenn sie gefragt wird.
Ihren Arbeiten gibt sie bewusst keine Titel. Sie verzichtet auf Worte und lässt allein das Bild auf den Betrachter wirken. „Ich rede nicht gerne über meine Kunst, da die Kunst selber meine Sprache ist. Jeder soll in meinen Bildern selber etwas hineininterpretieren.“ Und das taten die Gäste an diesem Abend.

© Altmark-Zeitung , 10. März 2016

 

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Foto: Merav Leibküchler