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und ermöglichen einen Zuzug.

 

Wintercampus  2014

 

Stipendiaten setzten optisches Zeichen gegen Schweinemastanlage


27.03.14

Optischer Protest gegen die geplante Schweinemastanlage: Ein „Gräberfeld“ aus rosa Holzkreuzen soll seit gestern in Kakerbeck Menschen dazu anregen, sich zu engagieren und nicht alles einfach hinzunehmen.

 

 

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© Foto: O. Heymann


KAKERBECK - Sie wirken beinahe wie ein Mahnmal, die knapp 200 rosa Holzkreuze, die Lena Teresa Flohrschütz und ihre Mitstreiter Marko Kühnel, Volkmar Erl, Beate Körner und andere Stipendiaten der Künstlerstadt Kalbe am Mittwoch in Kakerbeck aufgestellt haben.
Damit setzen sie ein optisches Zeichen gegen die geplante Erweiterung der Schweinemastanlage in der Ortschaft. „Bei dieser Aktion steht das Leid der Tiere klar im Vordergrund. Dass die Zustände in Schweinemastanstalten alptraumhaft sind, ist vielen klar. Zu wenige nutzen aber die Möglichkeit, sich zum Beispiel über das Internet näher zu informieren“, erklärte Flohrschütz den friedhof-ähnlichen Charakter des Werkes. „Es ist viel zu leicht wegzuschauen. “.

 

Die Kreuze sollen daher nachdenklich machen, wachrütteln und zeigen, dass es möglich ist, etwas zu bewegen. Dafür müsse man jedoch zuerst Position beziehen. Wie ein Gräberfeld mutet die Installation an. Inschriften an einzelnen Kreuzen sollen Denkanstöße geben. „Wir glauben, jeder wird hier einen Spruch finden, der ihn betrifft. Der ihn erinnert, dass es etwas gibt wofür oder wogegen er gerne kämpfen würde, wozu er sich bisher aber nie aufraffen oder wofür er nicht den nötigen Mut aufbringen konnte“, sagte Flohrschütz.
„Ich glaube wir müssen uns bewusst machen, dass nicht nur die Kakerbecker Einwohner vom Ausbau betroffen sind, sondern wir alle“, meinte Stadtrat Mirko Wolff dazu. Ähnlich sehen das auch Flohrschütz und ihre Mitstreiter. „Es geht hier um mehr als den Fall Kakerbeck. Es geht um eine Veränderung in den Köpfen. Es geht darum, daran zu erinnern, dass wir als Menschen nicht alles hinnehmen müssen.“ Jeder Einzelne habe die Verantwortung, auf seine Umwelt zu reagieren.
Daher soll dieser „Friedhof“ in erster Linie ein Symbol für diejenigen sein, die sich engagieren und einsetzen. Gleichzeitig soll er aber auch anderen Ideen die Tür öffnen und zu Gesprächen anregen.
Das Projekt selbst hat gezeigt, so Flohrschütz, dass es möglich ist, in kürzester Zeit etwas zu bewegen. Nur sechs Tage dauerte es von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Dies sei nur durch die tatkräftige Unterstützung motivierter Kalbenser und Kakerbecker möglich gewesen. „Das Resultat ist ein Gruppenerfolg und kann für andere Vorhaben ein Vorbild sein.“
Von Oliver Heymann


© http://www.az-online.de/altmark/kalbe/stipendiaten-setzten-optisches-zeichen-gegen-schweinemastanlage-3439020.html

 

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Die ersten Stipendiaten des Wintercampus sind am Wochenende in Kalbe eingetroffen. Künstlerstadt-Vereinschefin Corinna Köbele (Mitte) hieß Lena Teresa Flohrschütz (von links), Lisa Kotkamp, Beate Körner und Katrin Parotat willkommen.
© Tenbrink/Bock    http://www.az-online.de/altmark/kalbe/ersten-sind-wieder-3422815.html