2.9.2020

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Corinna Köbele (links) vom Künstlerstadt-Verein und Kulturwissenschaftlerin Marion Dunkert (rechts) begrüßten gestern die Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe „Mittlere Altmark“, Verena Schlüsselburg, (Mitte) sowie die beiden Leader-Manager Heike Winkelmann und Wolfgang Bock auf dem Kulturhof.

Foto: Doreen Schulze

 

Erstmals Geld von der EU erhalten

Der Künstlerstadt-Verein Kalbe erhält erstmals Fördermittel aus dem mit EU-Geld gespeisten Leader-Programm. Die Stelle einer Kulturwissenschaftlerin konnte bereits auf dieser Basis besetzt werden. Weiteres Geld wird für die Sanierung des alten Gerichtsgebäu­des erwartet.

 

Von Doreen Schulze

Kalbe • Bislang stellten die Mitglieder des Künstlerstadt-Vereines Kalbe das Brucca-Festival, das Festival Potentiale, Sommer- und Wintercampus sowie Workshops ehrenamtlich auf die Beine. Mit der Kulturwissenschaftlerin Marion Dunkert hat der Verein nun einen Profi an der Seite. Dass diese Personalstelle bereits geschaffen werden konnte, ist möglich, weil der Verein erstmals Leader-Förderung in Anspruch nehmen kann. Über den Europäischen Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union (EU) und des Landes Sachsen-Anhalt werden zwei Personalstellen für Kulturwissenschaftler mit 162 500 Euro unterstützt. Die Förderquote liegt bei 80 Prozent. Sie reicht bis Juni 2022, wie Heike Winkelmann vom Leader-Management der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Mittlere Altmark" mitteilte. Gemeinsam mit Leader-Manager Wolfgang Bock und Verena Schlüsselburg, der Vorsitzenden der LAG, sah sie sich gestern die Projekte des Vereines an.
„Leader ist mehr als nur das Geld. Erst einmal gibt es die Idee. Und es braucht Menschen, die für diese Idee brennen", äußerte Verena Schlüsselburg. Der Künstlerstadt-Verein sei ein solcher Multiplikator, der Ideen und deren Umsetzung auf den Weg bringe. Schlüsselburg freute es, dass Mittel für Personal bereitgestellt wurde, „denn mit links sind alle diese Dinge nicht zu machen". Dies bestätigte Künstlerstadt-Initiatorin Corinna Köbele: „Die Altmark hat viel Potenzial. Es wäre schade, wenn wir dieses nicht nutzen, weil uns die Manpower fehlt." Neben den drei Festivals im Jahr (Brucca, Potenziale und Impuls) soll es ab 2021 ein viertes geben. Dieses soll im Spätsommer stattfinden und Lichtinstallationen zeigen. „Kunst kann somit unterschwellig angeboten werden", erklärte Dunkert.
Neben der Personalstelle - eine zweite ist bewilligt, ein weiterer Kulturwissenschaftler wird gesucht - erwartet der Verein Fördermittel zur Sanierung des Daches des ehemaligen Gerichtsgebäudes in der Milde-Stadt. Dieses Gebäude dient derzeit als Vereinszentrum.

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Das Dach des ehemaligen Gerichtsgebäudes in Kalbe soll saniert werden. Fördermittel werden erwartet. 

Foto: Künstlerstadt-Verein

 

 

Wie Winkelmann äußert, sehe es gut aus, dass noch in diesem Jahr eine Bewilligung der Maßnahme erfolge. Im vergangenen Jahr hatte der Verein das Gebäude für einen symbolischen Preis von der Stadt erworben. Nun muss das Dach neu gedeckt werden. „Es regnet durch", so Köbele. Die Kosten belaufen sich auf rund 35 000 Euro. Neben der zu erwartenden Förderung soll die Maßnahme mit Eigenmitteln finanziert werden. Dazu nutzt der Verein auch eine Ziegelspende. „Es ist toll, dass diese Spende anerkannt wurde. So fällt der Eigenanteil geringer aus", berichtete die LAG-Vorsitzende. Für die Sanierung des Kulturhofs werde Köbele eventuell auch noch Leader-Mittel beantragen, denn die Förderphase gehe in die Verlängerung, wie Winkelmann vorausblickte. Eigentlich sollte diese zum Jahresende ausklingen. Nun soll sie bis in das Jahr 2022 fortgesetzt werden.

 


© Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger, 2.9.2020, S. 17