28.9.2018

Baugenehmigung für das Vorderhaus des Kulturhofs

Künstlerstadt-Verein will jetzt schnellstmöglich eine Wohneinheit für Stipendiaten schaffen / Neues Baucamp gestartet

Kalbe (cn) • Große Freude beim Kalbenser Künstlerstadt-Verein: Die Baugenehmigung für das Vorderhaus des künftigen Kulturhofes an der Rathausstraße 39 liegt vor. Der Verein hatte den Vierseitenhof, für den es strenge denkmalschutzrechtliche Auflagen gibt, vor zwei Jahren käuflich erworben. Vor dem Start von Bautätigkeiten war nicht nur ein Projektant, sondern auch ein Restaurator hinzuzuziehen.

„Es brauchte doch viel mehr Zeit als gedacht."

„Sicherlich haben sich schon viele gefragt, weshalb es an der Rathausstraße 39 nicht so recht vorwärts geht", hieß es gestern in einer Pressemitteilung des Vereins, der ja auch Landesfördermittel zur Umsetzung des Vorhabens erhalten hat. Und weiter: „Das hätte sich Corinna Köbele, die Vorsitzende, auch anders vorgestellt. Dass so ein Antragsverfahren auf Baugenehmigung so lange braucht und noch so viele Nachreichungen zu erledigen waren, konnte sie nicht ahnen. Denn so ein Einzeldenkmal hat schon besondere Bedingungen. Und da ja auch brandschutzrechtlich alles in Ordnung gehen soll, brauchte es doch viel mehr Zeit als gedacht." Weil bis dato nur eine Teilbaugenehmigung vorgelegen hatte, waren stets nur vorbereitende Arbeiten möglich. „Jetzt aber", freut sich Corinna Köbele, „können wir mit den Gewerken in Kontakt treten." Schließlich soll möglichst schnell eine Wohneinheit für Stipendiaten im Vorderhaus geschaffen werden. Allerdings, auch das machte die Vereinsvorsitzende deutlich, müssten sämtliche Arbeiten weiter mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden.

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Planer Olaf König (links) mit der Baugenehmigung in der Hand, über die sich auch die neu angekomme¬nen Baucamp-Teilnehmer und Helfer Bernd Gericke (3. von links) freuten. Foto: privat

Gerade ist wieder eine neue Gruppe junger Helfer, die aus Deutschland und der Ukraine stammen und über den Internationalen Bauorden an den Künstlerstadt-Verein vermittelt worden sind, in Kalbe angekommen. Sie werden, wie bereits ihre Vorgänger (Volksstimme berichtete), weitere vorbereitende Arbeiten erledigen und dabei von Vereinsmitstreiter Wolfgang Gerstädt sowie den beiden, über eine Fördermaßnahme tätigen, Helfern Bernd Gericke und Harald Müller begleitet. Die Versorgung während des Baucamps übernehmen ebenfalls wieder Vereinsmitglieder. Das Land hatte vor zwei Jahren für die Schaffung des Kulturhofes in Kalbe 80 000 Euro aus dem Förderprogramm „Demografie im Wandel" bereitgestellt. Ein Teil des Geldes ist aber schon für die Vorbereitung verbraucht worden.

© Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger,28.9.2018, S.21