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Presse­berichte


 

15.3.2021

"Das ist zum Nachahmen empfohlen"

Künstlerstadt-Verein initiiert Nature-Art-Kunstwerk im Garten der Nationen: Mandala aus Moos, Sand und Hagebutten

 

nature art presse2 Mittel min

Jutta Garz (von links), Marion Dunkert, Bernd Möller, Nazle Meißner, Peter Clauss und Corinna Köbele gestalten aus Naturmaterialien ein Nature-Art-Projekt im Garten der Nationen. Foto: Doreen Schulze

 

 

Wie gestaltet man einen Wintercampus, wenn keine Künstler anreisen dürfen? Antwort: Man überlegt sich Online-Angebote, aber auch Aktionen, die Akteure vor Ort gestalten können. Mitglieder des Künstlerstadt-Vereins Kalbe haben in diesem Sinn ein Nature-Art-Kunstwerk geschaffen.

 

 

Von Doreen Schulze

 

 

Kalbe • Im Wald bei Vienau haben Kulturwissenschaftlerin Marion Dunkert und Nazle Meißner, die beim Künstlerstadt-Verein Kalbe ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, Moos gesammelt. Hagebutten gab es auf dem Gelände des alten Gerichts in Kalbe. Heller Sand, leere Schneckenhäuser, Efeublätter, Steine, Schlehen, Schilf, Tannenzapfen, Kastanien, Gräser und weitere Naturmaterialien mehr waren rasch gefunden. Aus diesen ha¬ben sie am Freitag mit anderen Vereinsmitgliedern und inte¬ressierten Mitstreitern im Garten der Nationen am Roten Wall in Kalbe ein Nature-Art-Projekt umgesetzt. Es war eine Aktion im Rahmen des Internationalen Wintercampus'. „So ist endlich mal wieder Leben in Kalbe. Man muss doch mal wieder etwas gemeinsam machen. Man muss mal wieder raus", so Jutta Garz. Das Vereinsmitglied bedauert, dass coronabedingt in den zurückliegenden Monaten kulturell wenig in der Stadt angeboten werden konnte und auch der Campus diesmal in kleiner Form stattfindet. „Das ist nicht schön." Mit der gemeinsamen Aktion sollte ein Anregung geschaffen werden, unter freiem Himmel mit viel Abstand gemeinsam etwas zu gestalten. So entstanden Naturmandalas als Nature-Art-Kunstwerk in Anlehnung an die Kunstobjekte von Andy Goldsworthy. Ein Künstler, dessen Werke Corinna Köbele, Vorsitzende des Künstlerstadt-Vereins Kalbe, bewundert. „Jeder kann sich einbringen", sagt sie. Wer an den nächsten Tagen am Roten Wall entlanggeht und sich von den Naturobjekten inspirieren lässt, der kann seine eigene Kunstkreationen daneben setzen. Mitmachen ist gewollt. „Das ist zum Nachahmen empfohlen", so die Künstlerstadt-Initiatorin. Und jeder ist aufgefordert, ähnliche Objekte, auch im eigenen Garten, zu schaffen. „Wir sind gespannt, wie lange die Vegetation, Wind und Witterung die Objekte so liegen lassen", so Marion Dunkert. „Und vor allem, wie das Ganze aussieht, nachdem sich die Vögel an den Beeren bedient haben", fügt Corinna Köbele hinzu. Es ist also ein Kunstwerk entstanden, das vergänglich ist und sich im Laufe der Zeit verändert. Aus dieser Anregung heraus könne sich die Vereinsvorsitzende vorstellen, weitere Nature-Art-Projekte im Wechsel der Jahreszeiten anzubieten. Der Internationale Wintercampus dauert noch bis zum 28. März. Bis dahin werden Le-sungen, Workshops und Kon¬zerte online angeboten.

© Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger,15.3.2021, S. 9