7.7.2020

Eine Wissenschaftlerin macht Kultur

Der Künstlerstadt-Verein Kalbe erhält Unterstützung. Hauptamtlich hat nun eine Kulturwissenschaftlerin die Fäden in der Hand.

 

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Marion Dunkert ist erste Kulturwissenschaftlerin des Künstlerstadt-Vereines Kalbe. Foto: Doreen Schulze

 

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Doreen Schulze

Kalbe l Brucca-Festival, Potentiale, Sommercampus – um die Realisierung dieser und weiterer Projekte kümmerten sich die Mitstreiter des Künstlerstadt-Vereins Kalbes in den zurückliegenden Jahren ehrenamtlich. Mit der Kulturwissenschaftlerin Marion Dunkert holt sich der Verein nun sozusagen einen Profi mit ins Boot. Einen Profi, der das kulturelle Geschehen des Vereines lenkt. Insgesamt gingen 32 Bewerbungen aus ganz Europa ein. „Die Auswahl war nicht einfach. Es haben sich gute Leute gemeldet“, erinnert sich Köbele. Die Wahl fiel schließlich auf Marion Dunkert. Erfahrungen auf dem Gebiet der Kultur bringt die Hochschulabsolventin, die seit kurzem den Master in der Tasche hat, reichlich mit. In Nordrhein-Westfalen aufgewachsen, absolvierte sie nach dem Abitur ein Freiwilligen Soziales Jahr im Bereich Kultur in Frankfurt am Main. Es folgte ein Studium Theater und Kulturwissenschaft. Mit dem Bachelor in der Tasche ging sie ans Stadttheater Würzburg, wo sie zwei Jahre lang als Regieassistentin arbeitete. Dann ging es zurück an die Hochschule. Bewusst wählte sie Hildesheim aus. „Die Uni in Hildesheim ist bekannt für den Kulturcampus. Es werden neue Wege probiert, der wissenschaftliche Ansatz auch mal hinterfragt. Es ist ein sehr praxisorientiertes Studium“, berichtet Dunkert. In Hildesheim absolvierte sie ihren Master für Kulturwissenschaften ab, genauer gesagt für die Inszenierung der Künste und der Medien.

Vom Kulturcampus in die Künstlerstadt

Und fast nahtlos ging es nun vom Kulturcampus Hildesheim nach Kalbe. „Ja, es ist ein Abenteuer“, sagt sie . Dunkerts Aufgabe ist die Organisation und Koordination der Veranstaltungen und Projekte. Sie wird Kontakt zu den Künstlern aufnehmen, betreut die ehrenamtlichen Helfer. „Wir haben ja auch Helfer, die uns projektbezogen unterstützen“, argumentiert Corinna Köbele, Initiatorin des Künstlerstadt-Vereines. Auch das Gebäudemanagement, also welche Veranstaltung findet in welchem Objekt des Vereines statt und wo werden die Akteure untergebracht wird über die Marion Dunkert laufen. Kurz gesagt, hält sie die Fäden in der Hand, die die Projekte des Vereines zusammenhalten. Dunkert wird aber auch Rechnungen schreiben und Fördermittelanträge stellen. „Ich freue mich, dass wir nun jemanden haben, der sich mit diesem Thema wirklich auskennt“, so Köbele. Apropos Fördermittel: Die hauptamtliche Stelle der Kulturwissenschaftlerin in Kalbe wird zu 80 Prozent aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds für Deutschland (ESF) finanziert.

Stellplatz für ´s Tiny House gesucht

Ursprünglich war vorgesehen, dass zwei Kulturwissenschaftler für den Verein arbeiten werden. Für eine weitere Bewerberin habe sich der Verein auch entschieden. Diese ist allerdings kurzfristig wieder abgesprungen. „Arbeit ist genug da. Wir haben diese Stelle auch wieder ausgeschrieben“, so Köbele. In der Mildestadt ist sie derzeit in einem Gästezimmer untergekommen. Für die nächsten zwei Jahre, so lange ist ihre Stelle zunächst ausgeschrieben, möchte sie aber ein eigenes Plätzchen finden. So möchte sie in einem Tiny House, einem mobilen Kleinsthaus, leben. Wer dafür eine Fläche, die an Strom und Wasser angeschlossen ist, verfügt und diese zur Verfügung stellen möchte, melde sich beim Künstlerstadt-Verein unter 039080/29 59.

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