Ein Trio mit einer besonderen Gabe

Sie sind jung, kreativ, haben feste Ziele vor Augen und eine Gemeinsamkeit - sie sind Autorinnen und waren in Kalbe zu Gast.

 

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Laura Daverhuth las eine Fantasy-Geschichte vor, die sehr gut bei den Gästen ankam. Sie war zum ersten Mal bei der Jugendautoren-Runde mit dabei. Foto: Malte Schmidt

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Malte Schmidt

Kalbe •„Welche Autoren sind eure Vorbilder, wie inspiriert ihr euch? Schreibt ihr eure Texte am Stück oder mit Pausen? Habt ihr vor, ein Buch zu schreiben?“ Das sind nur einige der vielen Fragen, die am Mittwochabend im Gasthaus Am Burggraben in Kalbe von Gästen in den Raum gestellt wurden. Beantwortet wurden diese von der 17-jährigen Kim Sharon Werry aus Kalbe, der 15-jährigen Laura Daverhuth aus Mieste sowie Thea Grothe aus Miesterhorst. Die drei haben etwas Besonderes gemeinsam: Sie sind jung, kreativ und haben die Gabe, Menschen mit ihren geschriebenen Worten auf eine Reise mitzunehmen. Auf eine literarische Reise, bei der sich der Zuhörer wünscht, dass es nicht nur ein Kapitel oder ein paar Zeilen sind, die er zu hören bekommt, sondern ein Buch. Im Rahmen der Jugendliteraturlesung hatten Kim, Laura sowie Thea die Möglichkeit, eine ihrer Geschichten den Zuhörern zu präsentieren. Leider hatten nur wenige den Weg ins Gasthaus gefunden.

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Thea Grothe aus Miesterhorst (Mitte) nahm die Gäste mit auf eine Zeitreise. Sie war schon zum wiederholten Mal in Kalbe zu Gast. Foto: Malte Schmidt

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Kim Sharon Werry las eine ihrer Kriminalgeschichten während der Jugendliteraturlesung vor. Foto: Malte Schmidt

 

 

„Ich habe mich für meine Geschichte ‚Die Polizisten und der Mafiaboss – Mord in der Hütte‘ entschieden“, sagte Kim Sharon Werry vor der Lesung, die sich im Bereich der Kriminalgeschichten wohlfühlt. So ging es in den ersten Kapiteln der Geschichte darum, dass ein Mord aufgeklärt werden musste. „Ich glaube, dass ich irgendwann noch mehr Kapitel zu der Geschichte hinzufügen werde. Jedoch plane ich gerade, mein erstes Buch zu schreiben“, freute sich die 17-Jährige am Mittwochabend sichtlich.

 

Figuren müssen Macken haben

 

Wie lebt es sich in der Zukunft, und welche Herausforderungen kommen auf einen zu? In einer spannenden Kurzgeschichte beschrieb Thea Grothe genau diese Thematik, die auch schon bei der vorherigen Jugendliteraturlesung des Künstlerstadt-Vereins zu Gast gewesen war. „Ich habe die Geschichte im März geschrieben und gestern noch mal hervorgeholt, um zu schauen, ob alle Fakten stimmen, die ich in der Geschichte beschrieben habe“, erklärte sie den Gästen und fügte an, dass sie etwas ganz besonders am Dasein als Autorin mag. „Ich liebe es, die Charaktere meiner Geschichten zu schaffen, zu formen und ihnen verschiedene Charakterzüge geben zu können“, so die junge Frau. Hinzu komme, dass die Figuren in ihren Geschichten Macken haben müssten. Ebenso wichtig sei es, dass man in einem Buch auch über das Lieblingsessen eines Charakters schreiben könne: „Das sagt einiges über die Person aus“, sagte Thea Grothe und lächelte. Ähnlich ist es bei der 15-jährigen Laura Daverhuth. Auch sie liebt es, die Figuren ihrer Fantasy-Geschichten zu kreieren, um sie dann in ihren Geschichten beschreiben und somit ein Stück weit zum Leben erwecken zu können. Für die nötige Inspiration höre sie währenddessen Musik. „Ich schreibe, glaube ich, seit der fünften Klasse eigene Geschichten. Also seit knapp vier Jahren“, erzählte die Miesterin, die das erste Mal bei der Jugendliteraturlesung dabei war. „Mein Traum ist es, dass meine Geschichte irgendwann mal in Buchform erscheinen wird“, sagte sie vor der Lesung zurückhaltend. Dass sie das schaffen kann, da waren sich die Gäste vor Ort alle einig. Mit ihrer Geschichte setzte Laura Daverhuth ohne Zweifel ein Ausrufezeichen, was junge Menschen, die kreativ sind und einen gewissen Sinn für die FantasyWelt haben, mit Worten schaffen können. Und zwar Zuhörer mit auf eine Reise zu nehmen. „Ich habe die Geschichte innerhalb von zweieinhalb Stunden geschrieben“, beantwortete sie die Frage von Corinna Köbele, Vorsitzende des Künstlerstadt-Vereins, die sichtlich begeistert von dem Können der 15-Jährigen war. So schlug sie ihr vor, dass sie doch im kommenden Jahr zum Literaturlabor des Vereins kommen könne, bei dem junge Menschen noch näher an das Thema Literatur herangeführt werden sollen, um noch bessere Texte schreiben zu können und sich inspirieren zu lassen. „Angedacht ist im kommenden Jahr auch zum ersten Mal eine Schreibwerkstatt für Erwachsene“, wie Corinna Köbele den Gästen erzählte. Jedoch wird es Anfang 2019 darüber noch genauere Informationen seitens des Künstlerstadt-Vereins geben.

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