26.7.2017

Junge Künstler bringen Farbe in die Stadt

Fünfter Sommercampus des Künstlerstadt-Vereins ist eröffnet / In 50 Tagen 38 Veranstaltungen geplant

kuenstler eroeff kl

Sophia Richter (von links), Mim Schneider, Youngmin Lee und Farah Nourinejadfard sind die ersten Sti­pendiatinnen beim fünften Sommercampus der Künstlerstadt Kalbe. Foto: Doreen Schulze

Von Doreen Schulze

Kalbe • Mit großem Hallo empfingen am Montagabend die Mitglieder des Kalbenser Künstlerstadt-Vereins die ersten Teilnehmer beim fünften Sommercampus. Insgesamt werden in den nächsten Wochen 28 Stipendiaten Projekte und Arbeiten in allen Kunstgenres, von der Malerei über Literatur bis hin zur Fotografie und zur Raumgestaltung ausführen.

„Wollen hier Menschen begegnen, die mit uns kooperieren wollen."

Mit Körpern und Körperwahrnehmung befassen sich Nim Schneider und Sophia Richter. Die Leipzigerinnen widmen sich diesem Thema bereits seit November des vorigen Jahres, die eine fotografisch, die andere literarisch. „Wir wollen hier Menschen begegnen, die mit uns kooperieren wollen", erklärt Schneider. Von der Künstlerstadt versprechen sich die beiden Künstlerinnen neue Begegnungen und neue Impulse für ihren Schaffensprozess. Sie gehören zu den ersten sechs Akteuren, die sich an diesem Projekt beteiligen. Montagabend begrüßten Corinna Köbele, die Vorsitzende des Künstlerstadt-Vereins, ihre Mitstreiter sowie auch Landrat Michael Ziehe und weitere Gäste die ersten Campusteilnehmer. Neben den Leipzigerinnen sind das Youngmin Lee aus Südkorea, die derzeit an der Kunsthochschule Dresden studiert und sich der Malerei widmet, und Farah Nourinejadfard. Die Iranerin lebt seit 2007 in Deutschland. Zu späterer Stunde trafen Christina Seiberer aus Salzburg und Lukas Liese aus Berlin ein, der sich einem Kunstband zu Trump widmet. Für Farah Nourinejadfard ist die Teilnahme am Campus etwas Besonderes, „wenn man bedenkt, dass man aus einem Land kommt, in dem Kunst verboten ist". Die ersten Künstler sind also da. Jeweils sechs werden in den nächsten Wochen zeitgleich in Kalbe arbeiten und leben. Mit 28 Teilnehmern hat die Künstler-Stadt „in diesem Jahr doppelt so viele Stipendiaten wie im Vorjahr", berichtete Corinna Köbele nicht ohne Stolz. Lag die geringere Teilnehmerzahl 2016 auch daran, dass neue Quartiere für die Unterbringung gefunden werden mussten, konnte nun die alte Post als Unterkunft gewonnen werden. „Dort werden die Stipendiaten Unter einem Dach leben", so Köbele. So können sie sich austauschen. „Wir freuen uns auf 50 ereignisreiche Tage, die mit 38 Veranstaltungen gefüllt sind", sagte die Initiatorin. Vor allem auf das Bänkefest am Sonnabend, 12. August, blickt sie gern voraus. Laut Köbele hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff seinen Besuch angekündigt. „Den Termin hat er schon blockiert und wenn nicht gerade Frau Merkel ruft, wird er zu uns kommen", teilte sie am Montag mit. Der Haseloff-Besuch zeige dem Verein, wie sehr sein Engagement gewürdigt werde. Mehrere Preise konnte er in der Vergangenheit bereits entgegennehmen. Nominiert ist er nun auch für den Deutschen Engagementpreis.

"Ministerpräsident Reiner Haseloff hat Besuch angekündigt."

Die Lorbeeren möchte Köbele aber nicht allein annehmen. Hinter sich weiß sie die Vereinsmitglieder. Sie waren es auch, die dafür Sorge trugen, dass die frühere Trabi-Werkstatt für die Eröffnung des Sommercampus' hergerichtet worden war und dass dort ein Imbiss bereitstand. Sie halten das Projekt am Laufen. Dafür bedankte sich Köbele am Montagabend und hob dabei auch die gute Zusammenarbeit mit weiteren Vereinen der Stadt hervor.

Atelierrundgänge

Ab sofort finden wieder jeden Sonnabend Atelierrundgänge statt, bei denen Sommercampus-Stipendiaten ihre Arbeiten zeigen. Treff: stets 14 Uhr an der alten Trabi-Werkstatt.

 

© Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger,26.7.2017, S. 18