Junge Künstler zeigen Eindrücke ihrer Schaffenskraft

 

Internationaler Sommercampus/Kalbe stand auch am Wochenende wieder ganz im Zeichen der Kunst und Musik

 

Von Andreas Puls Gardetegen (apu) * Auch am Wo­chenende stand Kalbe wieder ganz im Zeichen der Aktivitä­ten des Internationalen Som­mercampus. Die derzeit in der Künstlerstadt aktiven Studen­ten zeigten Kostproben ihres künstlerischen und musikali­schen Schaffens beziehungs­weise Könnens.

 

Corinna Köbele, Vorsitzen­de des Vereins Künstlerstadt Kalbe, freute sich, am Sams­tagnachmittag auf dem Hof des Atelierhauses an der Thälmannstraße neben den derzeit in Kalbe weilenden Studenten rund 20 Besucher begrüßen zu können. Zunächst stellte sie das Sommercampus-Pro­gramm der kommenden Tage vor, das wieder viel zu bieten hat. Dazu zählen unter ande­rem eine geführte Radtour am Dienstag mit anschließender offener Ideenwerkstatt unter dem Titel »Schneller Brüter". Außerdem werden in Kalbe Kunst-Automaten aufgestellt. Statt Zigaretten kann man dort für vier Euro ein echtes Kunst­objekt ziehen. Die erste offiziel­le Ziehung findet am Mittwoch ,am Rathaus statt. Zudem gibt einer der Musikstudenten am Donnerstag ein Konzert. Am Freitag findet dann die nächste offene Bühne statt.

 

Dann stellte Köbele die Künstler des Tages vor. Dabei ging sie auf deren aktuelle Ak­tivitäten in Kalbe ebenso ein, wie auf ihre Bewerbungen für den Sommercampus sowie Ein­schätzungen der Studierenden durch ihre Hochschulen. Alle haben sich bereits einen Na­men gemacht - sei es durch bis­herige Ausstellungs- und Kon­zertaktivitäten; sei es durch Auszeichnungen und Preisträ­gerschaften. Köbele begann mit Tessa Heldcamp aus Berlin, die in der Bundeshauptstadt Freie Kunst studiert. Während ih­res Aufenthaltes in Kalbe hat sie insbesondere Textilien zu Kunstobjekten verarbeitet.

 

 

Philipp Valenta (rechts) beantwortete im Atelierhaus viele Besu­cherfragen. Der Student widmete sich in den zurückliegenden 14 Ta­gen Kunst außerordentlich unterschiedlicher Art. Fotos: Andreas Puls

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Improvisiert und experimentell - die Dresdner Jazz-Studenten Ma­rius Moritz (Klavier) und Steffen Roth (Drums) verabschiedeten sich am Sonnabend mit einem tollen Konzert aus Kalbe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Philipp Valenta sorgt mit Geldwäsche für Aufsehen

Der Kunststudent Philipp Va­lenta aus Hildesheim hatte erst kürzlich in Kalbe mit sei­ner Aktion „Geldwäsche" für Aufsehen gesorgt. Dabei wur­den Geldscheine im wahrsten Sinne rein gewaschen - und zwar maschinell. Aber Philipp Valenta, der in Weimar stu­diert, war in Kalbe auch sonst außerordentlich fleißig. Unter anderem fertigte er sehenswer­ten Schmuck aus Naturmate­rial an. Verwendung fanden beispielsweise mit Moos und Algen bewachsene, grün-weiß­braune Birkenzweige. Valen­dieKälbenser Kirche tätig. Vor allem das Kreuz wurde dabei zum Thema vieler unterschied­licher Arbeiten. Einige seiner Projekte konnte der Student aus organisatorischen und zeitli­chen Gründen noch nicht ab­schließen: Darum hofft er, im nächsten Jahr wieder in Kalbe dabei zu sein.

Vorgestellt wurde außerdem Roland Christoph Bauer, der in Salzburg Komposition stu­diert. Der junge Mann werde von einem seiner Professoren als außergewöhnliches Talent herausgestellt, berichtet Köbe­le. Das scheine sein bisheriger Werdegang auch zu bestätigen. Bauer gewann unter anderem einen wichtigen zeitgenös­sischen Kompositionswett­bewerb und verschiedenste nerstag gibt der Virtuose im Kalbenser Eiscafe Piccolo ein Klavierkonzert. Beginn ist laut Köbele um 19 Uhr. Im Atelier­haus wurden danach Arbeiten der Kunststudenten präsen­tiert.

 Außergewöhnliches Konzert im Schloss Goßler

Den Abschluss dieses Nach­mittags bildete ein besonderes Konzert im Schloss von Goßler. Dort verabschiedeten sich die beiden Dresdner Musikstuden­ten, Steffen Roth (Schlagzeug und Percussion) und Marius Moritz (Klavier), musikalisch aus Kalbe. Beide haben sich insbesondere dem Jazz ver­schrieben und waren schon zum zweiten Mal beim Som-

Moritz sind manchem Kalben­ser schon ans Herz gewachsen; wegen ihrer bisherigen Kon­zerte und nicht zuletzt wegen ihrer Teilnahme an der offenen Bühne, wo sie mit Besuchern musizierten.

Steffen Roth bedankte sich vor Konzertbeginn bei Corin­na Köbele und anderen Ak­teuren der Künstlerstadt für die schöne, inspirierende Zeit: Dann legten die beiden Musi­ker los. Das Publikum erlebte ein komplett improvisiertes, im wahrsten Sinnedes Wor­tes experimentelles Konzert. Roth und Moritz begeisterten mit hoher Virtuosität, äußerst dynamischem und gut aufein­ander abgestimmten Spiel. Es gab viel Applaus; anschließend Kaffee, Kuchen und angeregte Gespräche.

 

© Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger, 17. August 2015, S. 17